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Lebensraum | Ernährung | Schutzstatus | Nachweisarten


Verbreitung und Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses umfasst – abgesehen von reinen Wüsten- und Steppengebieten – ganz Europa und Asien nördlich des Himalaja. In Europa besiedelt er alle Klimazonen von Meereshöhe bis zur klimatischen Waldgrenze im Gebirge. Der Luchs ist daher die Katze mit dem größten potenziellen Verbreitungsgebiet.


Verbreitung des Luchses in Europa im Jahr 2001


Quelle: Von Arx M., Breitenmoser-Würsten Ch., Zimmermann F. & Breitenmoser U. 2004.
(Ed.) Status and conservation of the Eurasian lynx in Europe in 2001. KORA Bericht 19, 330 p


Sein Lebensraum besteht aus großen Waldungen mit ausreichend Deckung zum Anschleichen an seine Beute. Er meidet weiträumig offene Gebiete, nutzt jedoch manchmal waldnahe Felder. Der Luchs besiedelt Wälder aller Art und ist nicht an besondere Waldtypen gebunden. Er ist kein Zeiger für ökologisch besonders hochwertige Waldlebensräume. Die Revier- bzw. Wohngebietsgröße beträgt bei Weibchen (Luchsin) im Schnitt 10.000 ha, bei den Männchen (Kudern) ist sie generell größer.

Bestandsentwicklung
Seit 200 Jahren gilt der Luchs in nahezu ganz Mitteleuropa als ausgerottet. Seit 1970 werden Wiederansiedlungsversuche in Mitteleuropa (u.a. in der Schweiz) sowie in Slowenien erfolgreich durchgeführt. Seit 1988 existieren Hinweise auf die Anwesenheit im Schwarzwald, die seit 1998 als gesichert gelten.

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Ernährung
Der Luchs ernährt sich hauptsächlich von Rehen und Gämsen, daneben von anderen im Lebensraum vorkommenden Tierarten, z.B. Rotwildkälbern, Feldhasen, jungen Wildschweinen, Füchsen, Dachsen, Mardern, sonstigen Kleintieren und Vögeln. Der Luchs ist Überraschungs- und Einzeljäger. Ein Tier frisst am Tag im Schnitt etwa 1-2,5 Kilogramm Fleisch. In einem vom Luchs besiedelten Gebiet werden somit jährlich 0,6 bis 1,2 Rehe pro 100 ha Fläche gerissen. Ein zahlreiches Vorkommen von Beutetieren gilt als besonders günstige Lebensraumeigenschaft für den Luchs.


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Schutzstatus

  • Jagdbare Tierart nach Bundesjagdgesetz BJG mit ganzjähriger Schonzeit
  • Rote Liste Deutschland: Kategorie 1, d.h. vom Aussterben bedroht
  • Berner Konvention: geschützte Art
  • FFH-Richtlinie (92/43/EWG): Anhang II und IV, d.h. streng geschützte Art von gemeinschaftlichem Interesse
  • Europäische Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/79 – Anhang A
  • Schutz und Förderung nach §§ 39 ff Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG und §§ 27 ff Landesnaturschutzgesetz Baden-Württemberg LNatSchG
  • Außerdem Zielartenkonzept des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg

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Nachweisarten

BEOBACHTUNG (DIREKTBEOBACHTUNG, FOTO, FILM):
Das Sommerfell des Luchses ist rötlich braun mit dunklen Flecken, wohingegen das Winterfell eher grau getönt, dichter und die Fleckung weniger ausgeprägt ist; auffällige Ohrpinsel (ca. 4 cm lang), ein ausgeprägter Backenbart und der kurze Schwanz (20-25 cm mit schwarzer Spitze) stechen sofort ins Auge; das Gewicht eines männlichen Tieres beträgt ca. 15 - 30 kg, die Schulterhöhe etwa 50-75 cm, er erreicht also nahezu die Größe eines Schäferhundes. Dabei wirkt er sehr hochbeinig.

RISS:
Vom Luchs gerissene Beutetiere sind sichere Nachweise.
Diese weisen nur wenige Bisswunden (Distanz der Eckzähne ca. 3,2 cm) im Drosselbereich (seltener im Nacken) auf. Der Abstand der Eingriffe der Eckzähne bei Bisswunden stellt jedoch kein sicheres Erkennungsmerkmal dar.

Scharfe Kralleneingriffe am Körper durchschneiden die Decke bis ins Fleisch. Luchse beginnen normalerweise mit dem Fressen des Beutetiers an der Hinterkeule (an der Schulter). Ohne Störung
kehrt der Luchs mehrmals zum Riss zurück, so dass nur noch Läufe, Skelett, Kopf, Decke (oft eingestülpt) und Verdauungstrakt (Magen, Darm) übrig bleiben. Nach der Mahlzeit wird der Kadaver häufig mit Schnee, Laub oder Gras zugedeckt.

In der Broschüre "Wer war es" (Kaczensky et al. 2008) finden Sie detaillierte Informationen zur Risserkennung.
Download der Broschüre (4,8 MB)...

SPUR:
Der Luchs zieht - im Gegensatz zum Hund - seine Krallen ein; nur im steilen Gelände sind manchmal feine, scharfe Krallenmarken sichtbar (Trittsiegel: Breite und Länge je 6-8 cm). Für einen sicheren Nachweis bedarf es jedoch mehrerer Trittsiegel. Spuren eignen sich dazu, weitere Hinweise wie Kot oder Markierstellen zu finden.

photo: huckschlag

KOT:
Der Kot kann sehr unterschiedlich aussehen. Der Luchs verscharrt seine Exkremente, wenn der Boden nicht zu hart ist. In der Regel liegen 3-6 Kotballen beieinander (ca. 2,5 cm dick und 3-12 cm lang), meist unter auffälligen Laub- oder Grashäufchen. Inhalte können sein: Haare, Knochensplitter...; allerdings kann der Luchskot leicht mit Kot des Fuchses verwechselt werden. Der sichere Nachweis erfolgt durch eine Laboranalyse.


HAAR:
Das vom Luchs stammende Haar kann eine wichtige Ergänzung zu anderen Luchs-Hinweisen an einer Fundstätte sein. Eine sichere Zuordnung ist aber nur durch eine Laboruntersuchung möglich.


RUF:
Der Ruf des Luchses während der Ranz (Feb./März) ist ein hohes kreischendes Geheul, das mitunter in einem Murren endet.
Hier können Sie einen Luchsruf hören: mp3-Datei öffnen / herunterladen
(Dateigröße 300kb. Sollte Ihr Browser die Datei nicht automatisch abspielen können, so können Sie die Datei auch per rechtem Mausklick herunterladen / speichern.)
Copyright: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald


Größenvergleiche

Luchs


Fuchs


Schäferhund


Trittsiegelvergleiche




Luchs




Fuchs ............Schäferhund

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